Golf ist mittlerweile viel mehr als ein Sport. Auf dem Platz werden Freundschaften und Verträge geschlossen, man repräsentiert und entspannt. Ausstattung, Zubehör und Kleidung sind fast so wichtig wie das Handicap. Callaway gehört zu den Firmen, die schon früh das Potential des Sportes erkannt haben und seitdem mit viel Engagement und Raffinesse die Wünsche ihrer Kunden erfüllen. Traditionsbewusstsein und höchste Qualität gehören dabei zu den wichtigsten Attributen des Unternehmens. Eben durch und durch klassisch wie ein Tweed-Jacket.
Callaway The early years
Wie viele Unternehmen ist auch Callaway Golf auf eine einzige Person zurück zu führen, auf einen Mann, der mit seinen Visionen und Ideen
die technische Innovation und die Marke stetig voran getrieben hat.Ely Callaway wurde 1919 in Georgia geboren. Die strenge Erziehung in den Südstaaten hat ihn sein ganzes Leben lang begleitet und seine Einstellung geprägt. Nach einigen Jahren in New York, kam er schließlich nach LaGrange, wo er die beiden wichtigsten Einflüsse in seinem Leben lennen lernte: Golf und Business. Im LaGrange Highlang Club lernte er das Golfen und noch bevor er 20 war, hatte er bereits 4 Clubmeisterschaften gewonnen. Schon früh lernte er auch das Textilgeschäft seines Vaters kennen. Hautnah erlebte er die Sorgen und Nöte, die mit einer solchen Firma verbunden waren, aber auch das Gefühl des Erfolges und die Wichtigkeit einer guten Verhandlungstaktik mit Zulieferern. Erste eigene Schritte ging er an seiner Highschool beim Erstellen des Jahrbuchs und als Redakteur der Schülerzeitung. Sein Talent zum Organisieren und Improvisieren sowie seine Gabe mit den Menschen locker aber doch bestimmt umzugehen, lassen sich sicher auf diese ersten Erlebnisse zurück führen. Als er 1940 seinen Abschluß an der Emory Universität machte, stand der erste Weltkrieg vor der Tür.
Das Verantwortungsgefühl für sein Vaterland veranlasste ihn dazu, wie viele tausend seiner Altergenossen, sich für das Militär zu melden. In der Armee fühlt er sich sehr wohl und stieg zügig bis in den Rang eines Majors auf. Er konnte überdies seine Erfahrung im Textilbusiness einbringen und wurde für die Auswahl der Stoffe herangezogen. In seiner Armeezeit lernte er jedoch auch eine bezaubernde junge Frau kennen und heirate sie. Seine drei Kinder wurden zwischen 1940 und 1950 geboren. Nach dem Krieg blieb er im Textilgewerbe. Für die Firma Deering-Milliken Co. eröffnete er ein Büro in Atlanta. Das Unternehmen stellte robuste Stoffe für Männerbekleidung her. Nachdem die Filiale lief, zog er weiter nach New York und stellte dort einen weiteren Standort auf die Beine. Dieser Einsatz blieb nicht unbemerkt, schon bald wurde er von der Firma Textron erfolgreich abgeworben. Als Textron kurze Zeit spätervon Burlington aufgekauft wurde, stand Ely Callaways Weg nach oben so gut wie fest. 1960 wurde er Vize Präsident von Burlington Industries, 1968 wurde er dann sogar zum Präsidenten und Direktor ernannt. Unter seiner Führung war Burlington sehr erfolgreich. Als erstes Unternehmen sprengten sie die Marke von $1 Billion an verkaufter Ware. Er war bei Mitarbeitern und Geschäftspartnern durch seine kreative und unkonventionelle Art sehr beliebt. Seine Ideen zur Vermarktung waren damals aufsehenerregend. So durchnässte er beispielsweise sämtliche Models in einer Modelschau, um zu beweisen, dass die Kleidung knitterfrei war. Burlington, das noch heute eine der wichtigsten Marken in der Modewelt ist, verdankt Ely Callaway einen guten Teil seines bis heute anhaltenden Erfolges. Durch Callaway wurden Qualität aber auch das Design der Kleidungsstücke entscheidend verbessert.
Der Anfang von Die Firma Callaway Golf
Anfang der 70er Jahre konnte jedoch das Textil Business seinem neugierigen Geist keine Nahrung mehr bieten. Er wagte einen riesen Schritt, stieg bei Burlington aus und kaufte einen Weinberg in Californien. Der Rückzug in die Natur und die völlig andersartige Arbeitsweise tat ihm sehr gut. Zusammen mit mehreren Experten auf dem Gebiet, bewirtschaftete er den Boden und kelterte vorzüglichen Wein. Er lernte dort auch viele Praktiken, die ihm später zugute kommen sollten. Geduld bei der Weinreife zum Beispiel, das richtige Auge für Qualität und Genuß. Als das Gebiet einen sehr guten Ruf erworben hatte, verkaufte er es 1981 wieder und konnte einen stattlichen Gewinn von 9 Millionen US $ für sich verbuchen. Ely Callaway nutzte die Gunst der Stunde und setzte sich für einige Jahre zur Ruhe. Er nutzte die Zeit um sich um seine Familie zu kümmern, sich zu entspannen und sein Golf Handicap zu verbessern. Er wäre jedoch nicht Ely Callaway gewesen, hätte er die Zeit nicht auch genutzt um seine Fühler in verschiedenen Geschäftsbereichen auszustrecken und nach neuen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Seine Leidenschaft für den Golfsport erhielt dabei eine ganz besondere Bedeutung. So kam es nämlich, dass er beim Einkaufen für eine neue Golfausrüstung auf die Schläger seiner Kindheit traf. In dieser Art hatte er sie seit vielen Jahren nicht mehr bekommen. Die Besonderheit war der Schaft, der hohl war und für Stabilität und Gleichgewicht mit einem Stahlkern versehen war. Callaway zog Erkundigungen über Hersteller und Produktionsverfahren ein, konsultierte sein Bankkonto. Kurzerhand kaufte er große Teile der Herstellerfirma Hickory Sticks USA auf. Er änderte den Namen in Callaway Hickory Sticks USA. In dem kleinen Unternehmen zeigte er seine wahre wirtschaftliche Begabung. Voller Elan ging er daran, die Firma umzustrukturieren und am Markt neu aufzustellen. Obwohl er Präsident und Geschäftsführer war, belieferte er in der Anfangszeit die großen Golfclubs selbst, aus dem Kofferraum seines Cadillacs heraus. Angst, Bedenken ! oder Zurückhaltung kannte er dabei nicht. Sein Motto war immer, dass man die besten Leute einstellen müsse und keine Angst vor großen Möglichkeiten haben solle. Man müsse eben immer nach den Sternen greifen. Richard C. Helmstetter, der später nur noch Mr.C genannt werden sollte, war einer der neuen Mitarbeiter. Für viel Geld kaufte Callaway ihn aus einer japanischen Firma aus, die Billard Queues herstellten. Gemeinsam mit solchen Experten etablierte sich das Unternehmen als Nichenanbieter für exclusives Golf Equipment. Damit der Name dem besser entsprach, wurde er nochmals geändert, in Callaway Golf. Um genügend Platz für Büros und Produktion zu haben, zogen sie von Cathedral City in Kalifornien in einen kleinen Ort namens Carlsbad nahe San Diego.
Der Erfolg von Big Bertha Golfschläger
In den 90er Jahren begann der große Siegeszug von Callaway Golf. Richard Helmstetter entwickelte in seiner Forschungsabteilung völlig neuartige Schläger, die den Golfsport nachhaltig ändern würden. So zum Beispiel die neuen Driver aus rostfreiem Stahl. Die Kopfform war viel größer und dynamischer als je zuvor. Er verzieh darüber hinaus auch kleine Fehler in Haltung und Schwung des Golfers. Callaway nannte den neuen Typ Big Bertha. Übrigens dachte er damit an die deutschen Kanonen im zweiten Weltkrieg. Die Große Berta war der Spitzname für Geschosse, die besonders große Reichweite besaßen. Zu Anfang war jedoch unklar, ob die neuen Modelle am Markt erfolgreich sein konnten. Immerhin birgt jede Neuerung das Risiko, von den Käufern nicht angenommen zu werden. Golfer sind zudem als besonders konservatives Publikum verschrien. Callaway glaubte aber an seine Erfindung und finanzierte die ersten 300 000 Berthas aus eigener Tasche. Der Erfolg gab ihm Recht. Durch den Verkauf der neuen Schläger wurde Callaway Golf zur weltweit
erfolgreichsten und umsatzstärksten Marke. Spitzengolfer schätzen das Image und die hohe Qualität der Produkte, Sportler im mittleren Niveau lieben seine Schläger, da sich diese außerordentlich leicht und konfortabel spielen lassen. 1992 ging Callaway an die Börse und die Firma wird seitdem unter dem Stichword Ely an der NYSE (New York Stock Exchange) gehandelt. Mitte der 90er Jahre erweiterte Callaway das Geschäftsspektrum auch auf Golfbälle und Clubs. Heute bietet die Marke auch Golftaschen, Sonnenbrillen, Uhren und anderes Zubehör an. Callaway hat es geschafft seine Produktlinie auf alle Bedürnisse beim Golf Sport auszuweiten. Derzeit werden die Marken Callaway Golf, Odyssey, Ben Hogan und Top-Flite geführt. Um auch weniger begüterte Spieler beliefern zu können, entschied sich das Unternehmen auch Schläger ohne das Callaway Logo anzubieten. Diese sind von der Machart her gleich, aber eben etwas preisgünstiger. Auch was die Vermarktung angeht, zieht Callaway alle Register. Sie bieten inter essante
Geschenkartikel an, für Firmenkunden zum Beispiel Golfbälle mit den Logo des Kunden oder Teakholzschachteln zur Aufbewahrung von Bällen, Brillen oder Schmuck. 2001 schließlich zog sich Ely Callaway als Präsident und Geschäftsführer des Unternehmens zurück. Als Berater und Motivator steht er natürlich weiterhin zur Verfügung. Seine Ideen und seine Vision der Firma lebt weiter und wird von seinen Nachfolgern gewissenhaft gepflegt und nach vorn entwickelt. George Fellows wurde sein Nachfolger.
Ely Callaway hat auch das moralische und ethische Verständnis der Firma geprägt. Schon früh erstellte er einen Code of Conduct, eine Art Leitfaden für das Verhalten im Geschäftsleben. Er schrieb fest, dass das Business auf ehrliche und nachvollziehbare Art und Weise zu führen ist, immer im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Beziehungen sollen respektvoll geführt werden und alle Aktionen müssen den Anforderungen von Ethik und Moral genügen. Das bedeutet, dass zum einen das Geschäft sauber geführt werden muss. Buchführung und finanzielle Verpflichtungen müssen einwandfrei sein. Zum anderen bezieht es sich jedoch auf das Verhältnis zum Mitarbeiter und Geschäftspartner. Auch das soll freundschaftlich und ehrlich sein. Mit seinen Kollegen war Ely Callaway immer aufs freundschaftlichste verbunden. Durch ihr Engagement im Nachwuchs, das Herausbringen preiswerterer Produkte und die strikte Überwachung des Produktionsprozesses trägt Callaway Golf auch der sozialen Verantwortung Rechnung. Kinderarbeit oder Menschenrechtsverletzung wird streng abgelehnt. Auch die Zulieferer müssen sich diesen Anforderungen beugen
Auch in den Neuentwicklungen der letzten Jahre ließen die Forscher nur die besten Erkenntnisse einfließen. Schon 1986 benutzten sie Computersimulationen und Programme und Form und Oberfläche der Schläger zu optimieren. Es gehört zur Firmenphilosophie, dass nur die Produkte an den Markt gebracht werden, die auch tatsächlich eine Neuerung darstellen. Durch diese restriktive Politik konnte sich Callaway einen überaus innovativen Ruf erobern. Bekannt ist es zum Beispiel für seine Core S2H2 Technologie, die ein neues flexibles Material in den gesamten Schläger plaziert. In nur 2 Jahren am Markt entwickelten sich die S2H2 Schläger zur Nummer 1 weltweit. 2000 kam die Variable Face Thickness Technology (VFT) dazu, eine weitere Verbesserung im Schlägerkopf. Dabei wird ein flexibles Material in den Kopf eingelagert, das sich beim Abschlag leicht verlagert und so den Schlag optimal unterstützt. 2007 konnte die neueste technische Errungenschaft veröffentlicht werden. Der neue FT-i Driver besticht durch eine außergeöhnliche aber gut durchdachte Form. Im Innern des Kopfes kommt eine neue Fusion Technologie zum Einsatz. Die ermöglicht es, Gewicht aus dem Gleichgewichtszentrum abzuziehen. Statt dessen wird das Gewicht an den äußersten Enden des Schlägerkopfes plaziert. So kann die größte Trägheit für den Schlag ausgenutzt werden. Die Bälle fliegen weit und gerade, genau das, was sich jeder Golfer wünscht. Callaway gilt als begehrter Arbeitgeber für junge Forscher und Querdenker.Das Unternehmen ist jedoch auch abseits der Entwicklungslabore sehr aktiv. Seit Jahren schon unterstützt es eine Vielzahl von Wettbewerben und Veranstaltungen weltweit. Die Ausrüstung wird so entwicklt, dass sie jedem Spieler, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Erfahrung, helfen kann, besser zu spíelen. Die Events die ausgerichtet werden, zielen darauf ab, Menschen, die bereits Golf spielen so richtig zu begeistern und neue Interessenten zu werben. Golf soll nicht nur ein Sport sein, sondern Freizeitbeschäftigung und Lebenseinstellung in einem. Leidenschaft und Engagement sollen unterstützt und gefördert werden.
So setzt sich Callaway Golf zum Beispiel für den ESPN National Golf Challenge in den USA ein. Dieser interessante Wettbewerb hat zum Ziel das beste Golf Pärchen des Landes zu finden. Alle 10 000 Teilnehmer treten in Zweierpaaren an. In verschiedenen Wettbewerben werden schließlich die Finalisten ausgespielt. Deren große Entscheidung wird dann live im Fernsehen übertragen. So können auch die Zuschauer zu Hause ein bisschen Golfluft schnuppern. Der Callaway Golf Pebble Beach Invitational ist der einzige Wettbewerb, der die Spieler aus der PGA, LPGA, aus den Champion Touren und nationalen Meisterschaften zusammen fasst und Gelegenheit gibt, sich außerhalb der Ligen zu messen. Auch die Mercedes Championship auf Hawaii wird gesponsert. Dort trifft sich das Who is Who der Golfszene und spielt auf dem Plantation Court in Kapalua in traumhafter Kulisse. Die Spitzenspieler kämpfen drei Tage lang um die begehrte Trophäe und um ein brandneues Auto, einen Mercedes natürlich. Darüber hinaus fördert Callaway auch den Nachwuchs, zum Beispiel in den PGA Junior Series. 1993 wurde die Callaway Golf Company Foundation gegründet, eine Stiftung, die den Menschen in der Golf Gemeinschaft helfen soll.
Viele große Golfer spielen und spielten entweder mit den Callaway Golfschlägern, oder in den Callaway Wettbewerben. 1991 gewann Mark Brooks als erster die PGA Tour mit dem Big Bertha Driver. Das war die Sensation bei den Greater Greensboro Open. Er konnte seinen Erfolg sogar bei den Greater Milwaukee Open noch einmal wiederholen. Für Callaway spielten auch Ikonen wie Annika Sorenstam und Phil Mickelson. Um die besten Spieler besonders zu ehren, richtete Callaway eine World Golf Hall of Fame ein. Johnny Miller wurde als erster darin aufgenommen. Diese Auszeichnung ist unter den Sportlern heute sehr begehrt.
Callaway Golf ist bis heute eine respektable Firma, die sicher auch zukünftig neue und aufregende Produkte entwickeln wird. Durch ihr beispielloses Engagement für den Golfsport, das Veranstalten großer Tournaments, die Auszeichnung verdienter Sportler und die Förderung der Jugend haben sie mehr als nur die Sportwelt beeinflußt. Begeisterung und Leidenschaft zu wecken ist ein heeres Ziel. Ely Callaway hat das mehr als erreicht. Bei seinen Mitwrbeitern ebenso wie bei den vielen Benutzern seiner Ausrüstung.
